Auch wenn OTAs und Hotels im Widerspruch zueinander stehen, haben sie doch eines gemeinsam: Ihr Engagement für den Kunden? oder genauer gesagt für den Gast.
In Bezug auf die Online-Buchung gibt es wichtige und auffallende Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie die beiden den Gast bedienen?, was dazu geführt hat, dass OTAs den Online-Buchungsmarkt scheinbar dominiert haben.
Wie gezeigt, kontrollieren OTAs etwa zwei Drittel aller Online-Buchungen, mit einem Anstieg von 0,8% gegenüber dem Vorjahr. Auf der anderen Seite verzeichneten Hotels, die ein Drittel kontrollieren, einen Rückgang des Gesamtanteils der Online-Buchungen von 0,8% seit dem letzten Jahr.
Auf dem OTA-Markt gehören zu den Top-Marken: Expedia, Booking.com und Priceline?, die 28,09 %, 19,13 % bzw. 16,15 % kontrollieren. OTAs zeigen keine Anzeichen einer Verlangsamung, da vorausgesagt wird, dass die Priceline-Gruppe (zu der Booking.com gehört) und Expedia bis 2020 94 % aller Online-Buchungen ausmachen werden.
Auf dem Hotelmarkt gehören zu den Top-Marken: Marriott International, Hilton Hotels und IHG?, die jeweils 26,21 %, 17,25 % und 15,58% kontrollieren. Während die Hotels insgesamt einen kleinen Teil des Marktanteils verloren haben, waren laut Skift die Anzahl der belegten Zimmer im Jahr 2017 höher als im Jahr 2016?, was bedeutet, dass das Buchungsvolumen gestiegen ist.
Diese Neigung zur OTA-Online-Buchung kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden. Im Vergleich zu OTAs haben Hotels eine begrenzte Kontrolle über ihre wichtigsten Betriebskosten, darunter: Arbeitskosten, Schuldendienst, Franchisegebühren, Versorgungsunternehmen, Grundsteuern und Vertriebskosten. Darüber hinaus hat der steigende Marktanteil von OTA dazu geführt, dass die Hotelvertriebskosten in den letzten 5 Jahren stetig gestiegen sind. Hotels haben von Natur aus weniger Inventar als OTAs? 99 % weniger. Wie von Skift erklärt, gibt dies den OTAs nicht nur eine größere Macht im Marketing und Online-Hotelverkauf, sondern erhöht auch ihre Verhandlungsmacht. Hotels stehen vor dem Dilemma, OTAs einzuhalten und Marktanteile zu verlieren oder nicht einzuhalten und noch mehr zu verlieren. Schließlich investieren OTAs deutlich mehr in Marketinginitiativen als Hotels. Während OTAs in der Regel 30-40% ihres Umsatzes in Marketing investieren, geben Hotels rund 6% aus. Dieser signifikante Unterschied kann zum Teil erklären, warum der Gast der Meinung ist, dass OTAs günstigere Preise haben.? Dem sind sie einfach stärker ausgesetzt.
Davon abgesehen haben Hoteliers ein paar ungenutzte Tricks im Ärmel. Für den Anfang besuchen 50% der OTA-Benutzer vor der Buchung die offizielle Hotel-Website. Hotels können den Gast durch eine verbesserte Benutzererfahrung, benutzerorientiertes Design und einen Schwerpunkt darauf, die Buchung so einfach wie möglich zu machen, besser einfangen. Auf dem Hotelmarkt verzeichnete Wyndham die größten Marktanteilsgewinne und verdreifachte seinen Marktanteil seit letztem Jahr. Ihre Leistung kann auf ihren Erfolg bei der Gewinnung von OTA-Benutzern und deren Konversion vor ihrer Abreise zurückgeführt werden. Zu diesem Zweck hat Wyndham seine Website verbessert, indem es das Gästeerlebnis priorisiert und die Benutzerfreundlichkeit seiner Rewards-App verbessert hat.
Die überwältigende Mehrheit der Reisenden (85%) hält den Preis für den wichtigsten Faktor bei der Entscheidung, wo sie buchen möchten? und verbindet niedrigere Preise mit OTAs. Hoteliers können einen Teil ihrer Betriebskosten senken und haben folglich mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung, indem sie in digitale Technologie investieren. Darüber hinaus können Hoteliers durch verstärkte Marketinginitiativen und das Anbieten zusätzlicher nicht-monetärer Anreize besser mit OTAs in Bezug auf die Preiswahrnehmung der Reisenden konkurrieren. Barry Goldstein, Chief Marketing Officer der Wyndham Hotel Group, enthüllte, dass einer der Hauptfaktoren für den Erfolg von Wyndham der Wechsel zu einem ?intensiven Fokus auf Technologie? war. Wyndham nutzte auch die Preissensibilität der Reisenden, indem es Gästen, die direkt buchen, konsequent Rabatte anbot und eine Sommerreisebotschaft implementierte, die den Preis hervorhebt.
Die steigende Zahl belegter Zimmer hat auch den Hoteliers die Türen zu mehr Direktbuchungen geöffnet. Hoteliers sollten sich darauf konzentrieren, den Gast durch verstärkte Investitionen in das Marketing zu gewinnen und anzusprechen. Seit letztem Jahr hat Wyndham seine Marketinginitiativen verstärkt und ist mit über 19 Millionen US-Dollar in die Top 10 der größten Hotelwerbetreibenden im US-Fernsehen aufgenommen worden.
Angesichts der täglich generierten Reichweite und des Traffics von OTAs sollten Hoteliers OTA-Kanäle strategisch nur während der erforderlichen Zeiträume, wie beispielsweise der Nebensaison, nutzen. Darüber hinaus sollten Hotels Gäste, die über OTAs buchen, verfolgen und sie während ihres Aufenthalts und nach dem Check-out mit speziellen Direktbuchungsangeboten ansprechen.
Es ist endlich an der Zeit, dass der uralte Kampf zwischen OTAs und Hotels endet? und mit ein wenig Raffinesse können Hoteliers einfach die Nase vorn haben.