Jedes Jahr füllen sich die Hallen der ITB Berlin mit Hunderten von Produktankündigungen, die Hotels intelligenter, schneller und effizienter machen sollen. Auch dieses Jahr war keine Ausnahme. Künstliche Intelligenz spielte in fast jeder Präsentation eine Rolle, und Automatisierung wurde als Lösung für alles – von der Preisgestaltung bis zur Gästekommunikation – präsentiert.
Einzeln betrachtet wirken die meisten Produkteinführungen eher inkrementell. Zusammengenommen zeigen sie jedoch, wie sich die Rolle von Hotelsoftware weiterentwickelt.
In den letzten zwei Jahrzehnten folgte die Hoteltechnologie weitgehend dem traditionellen SaaS-Modell: Systeme organisierten Informationen, erfassten Transaktionen und unterstützten Teams bei der Workflow-Verwaltung. Die aktuellen Innovationen gehen jedoch einen Schritt weiter. Viele Tools sind darauf ausgelegt, Signale zu interpretieren und Hotels zu helfen, schneller zu reagieren, sobald sich Chancen bieten – sei es die Beantwortung einer Tagungsanfrage, die Anpassung von Preisen, die Lösung eines Gästeproblems oder die Umwandlung von Nachfrage in eine Direktbuchung.
Um den Betreibern zu helfen, den Überblick zu behalten, hat das Team von HotelTechReport Dutzende von Produkteinführungen, die auf der ITB Berlin angekündigt wurden, überprüft und analysiert, wo die Anbieter ihre Innovationen konzentrieren.
Mehrere Trends zeichnen sich ab. Viele neue Tools konzentrieren sich darauf, die Zeit zwischen Anfragen und Antworten zu verkürzen, insbesondere in Bereichen wie Gruppenbuchungen und Gästekommunikation. Revenue-Management-Plattformen integrieren Nachfrageinformationen direkt in operative Systeme, um Preisentscheidungen zu beschleunigen. Und die Buchungsinfrastruktur expandiert in neue Umgebungen, darunter soziale Netzwerke und dialogbasierte Schnittstellen, wodurch Reisende mit weniger Schritten von der Suche zur Buchung gelangen.
Nachfolgend finden Sie eine Aufschlüsselung der wichtigsten Innovationen, geordnet nach den Hotelabteilungen, in denen diese Technologien voraussichtlich die größte Wirkung entfalten werden.
Betriebsabläufe: Automatisierung der administrativen Ebene der Hotelarbeit
Der Hotelbetrieb erfordert einen enormen Koordinierungsaufwand.
Die Mitarbeiter beantworten Gästefragen, leiten Anfragen an Reinigungs- und Wartungsdienste weiter, gleichen Reservierungen systemübergreifend ab, bearbeiten Rechnungen und erläutern interne Abläufe. Jede einzelne Aufgabe mag klein erscheinen, doch zusammengenommen machen sie einen Großteil des täglichen Arbeitsaufwands in Hotels aus.
Viele der auf der ITB Berlin vorgestellten operativen Innovationen konzentrieren sich auf die Automatisierung dieser administrativen Ebene.
Einige Tools setzen Gästefeedback direkt in operative Aufgaben wie Reinigungs- oder Wartungsanfragen um. Andere liefern Mitarbeitern sofortige Antworten auf interne Fragen, indem sie Informationen aus Handbüchern und Verfahrensanweisungen abrufen. Finanzsysteme automatisieren Abrechnungs- und Zahlungsprozesse. Technologien für den Gästekontakt reduzieren den Bedarf an routinemäßigen Interaktionen an der Rezeption.
Ziel ist es nicht, Stellen abzubauen. Vielmehr geht es darum, den Zeitaufwand der Teams für die Koordination von Routineprozessen zu reduzieren, damit sie sich auf die Serviceerbringung und die Interaktion mit den Gästen konzentrieren können.
Für Betreiber, die Immobilien mit kleinen Teams verwalten, bieten diese Tools eine Möglichkeit, die betriebliche Konsistenz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den manuellen Arbeitsaufwand zu reduzieren.
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Umsatzmanagement: Kontinuierliche Preisintelligenz
Die Technologie im Bereich Revenue Management konzentrierte sich lange auf die Bedarfsprognose und die Empfehlung von Preisanpassungen. Traditionell wurden diese Erkenntnisse in Form von Berichten bereitgestellt, die Revenue Manager vor der Aktualisierung der Preise prüften.
Die auf der ITB Berlin vorgestellten neuesten Tools bringen diese Signale näher an den Zeitpunkt der Preisentscheidungen heran.
Anstelle periodischer Analysezyklen bewerten viele Systeme heute die Nachfragebedingungen kontinuierlich. Sie analysieren die Preise der Wettbewerber, das Buchungstempo, Marktnachfragesignale und das Gästeverhalten, um Möglichkeiten zur Beeinflussung der Nachfrage zu identifizieren.
Einige Plattformen liefern täglich Signale, die anzeigen, wann Marketingkampagnen am ehesten zu Konversionen führen. Andere integrieren Preisempfehlungen direkt in die operativen Systeme, in denen die Mitarbeiter bereits Reservierungen und Preise verwalten.
Das Ergebnis ist ein Arbeitsablauf, bei dem Preisinformationen schneller verfügbar sind und leichter umgesetzt werden können.
Für Betreiber, die mehrere Objekte verwalten, verringert dies die Abhängigkeit von manuellen Analysen und ermöglicht gleichzeitig schnellere Reaktionen auf sich ändernde Nachfragebedingungen.
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Marketing: Nachfrage dort erfassen, wo Entdeckungen stattfinden
Das Entdeckungserlebnis der Gäste wird auf neue Kanäle ausgeweitet.
Reisende finden Hotels zunehmend über soziale Medien, Messenger-Dienste, KI-Assistenten und dialogbasierte Suchumgebungen. In vielen dieser Umgebungen ist der traditionelle Buchungsprozess über die Hotelwebsite um mehrere Schritte von dem Moment entfernt, in dem erstmals Interesse entsteht.
Anbieter von Marketingtechnologien reagieren darauf, indem sie Tools entwickeln, die Buchungsfunktionen näher an diese Entdeckungsmomente heranführen.
Einige Plattformen ermöglichen es Hotels, Echtzeitpreise direkt in Social-Media-Anzeigen anzuzeigen. Andere integrieren Buchungsfunktionen in Chatbots oder KI-gestützte Reiseassistenten. Auch die Website-Technologien entwickeln sich weiter, mit Tools, die Nachrichten dynamisch personalisieren oder Hotel-Websites für die Sichtbarkeit in neuen KI-gestützten Suchumgebungen optimieren.
Diese Innovationen verkürzen den Weg von der Entdeckung bis zur Buchung und helfen Hotels dabei, direkte Beziehungen zu ihren Gästen zu pflegen, anstatt sich ausschließlich auf Vertriebsplattformen von Drittanbietern zu verlassen.
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Vertrieb & MICE: Verkürzung des Anfrage-zu-Angebots-Zyklus
Gruppen- und Eventbuchungen gehören nach wie vor zu den manuellsten Umsatzprozessen in Hotels.
Bei der Auswahl von Veranstaltungsorten warten Tagungsplaner selten auf eine einzige Antwort. Üblicherweise werden gleichzeitig Angebotsanfragen an mehrere Hotels gesendet. Die Vertriebsteams müssen die Anfrage prüfen, die Verfügbarkeit von Räumlichkeiten abklären, die Preise mit dem Revenue Management abstimmen, die Unterlagen zusammenstellen und ein Angebot einreichen.
Selbst effiziente Teams benötigen oft Stunden oder Tage, um diesen Prozess abzuschließen.
Anbieter konzentrieren sich zunehmend auf diesen Workflow, da die Reaktionsgeschwindigkeit direkten Einfluss auf die Konversionsraten hat. Je schneller ein Veranstaltungsort ein klares Angebot mit Preisen und Verfügbarkeit liefern kann, desto wahrscheinlicher bleibt er im Rennen.
Neue Systeme sind darauf ausgelegt, die frühen Phasen dieses Prozesses zu automatisieren. Tools erfassen nun Anfragen, interpretieren Veranstaltungsanforderungen, prüfen die Verfügbarkeit systemübergreifend, berechnen Preise und erstellen automatisch Angebote.
Das Ergebnis ist eine kürzere Zeitspanne zwischen Anfrage und Antwort sowie ein Vertriebsteam, das deutlich höhere Anfragevolumina bewältigen kann, ohne die Mitarbeiterzahl zu erhöhen.
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Abgesehen von den einzelnen Produkteinführungen ist die wichtigste Erkenntnis der ITB Berlin, dass sich viele Anbieter nun darauf konzentrieren, die Zeitspanne zwischen Signalen und Entscheidungen innerhalb des Hotels zu verkürzen.
In den Bereichen Vertrieb, Umsatzmanagement, Betrieb, Marketing und Gästeerlebnis zielen die diesjährigen Innovationen auf dieselben operativen Schwachstellen ab. Meeting-Anfragen, deren Bearbeitung früher Stunden in Anspruch nahm, können nun automatisch Angebote generieren. Preisinformationen, die zuvor in Berichten enthalten waren, werden direkt in die täglichen Arbeitsabläufe integriert. Fragen, Serviceanfragen und Feedback von Gästen werden zunehmend automatisch weitergeleitet und gelöst, ohne dass ein manuelles Eingreifen erforderlich ist. Marketingkampagnen können schneller gestartet werden und sich direkt mit Buchungsplattformen verbinden, auf denen Reisende bereits nach Hotels suchen.
Jede einzelne Verbesserung mag klein erscheinen. Zusammengenommen verändern sie jedoch die Reaktionsgeschwindigkeit eines Hotels bei auftretenden Chancen oder Problemen.
Im Gastgewerbe entscheidet oft die Geschwindigkeit über den Erfolg. Der Betrieb, der am schnellsten auf eine Gruppenanfrage reagiert, gewinnt den Auftrag. Das Hotel, das seine Preise am schnellsten anpasst, kann Nachfrageänderungen optimal nutzen. Und wer Gästeprobleme umgehend löst, verhindert, dass Serviceausfälle eskalieren.
Technologie kann das Urteilsvermögen und die Servicekultur, die erfolgreiche Hotels auszeichnen, nicht ersetzen. Was sie aber leisten kann, ist, die betrieblichen Verzögerungen zu beseitigen, die Teams ausbremsen.
Die auf der ITB Berlin präsentierten Innovationen deuten darauf hin, dass sich die nächste Phase der Hoteltechnologie zunehmend auf dieses Ziel konzentrieren wird. Für Betreiber, die ihre Technologieinfrastruktur evaluieren, geht es daher immer weniger um die Integration neuer Tools, sondern vielmehr darum, Bereiche zu identifizieren, in denen schnellere Entscheidungen messbare Erfolge erzielen können.
In einem Markt, in dem viele Hotels mit ähnlichen Standorten, Annehmlichkeiten und Preisen konkurrieren, entwickelt sich die Entscheidungsgeschwindigkeit stillschweigend zu einem der wichtigsten Wettbewerbsvorteile, die ein Hotel erzielen kann.